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DER HARZ IST MEINE HEIMAT

Irgendwo in Deutschland. Eine Region, ein Gebiet, ein Landstrich. Und Menschen.
Die besten Jahre sind vorbei. Die Durchgangsstraßen führen durch eine Kulisse des Niedergangs. Bröckelnde Fassaden, leer stehende Häuser, billige Imbisse. Und überall biedert sich die Folklore an, die der Wochenendtourismus von der früheren industriellen Infrastruktur übrig gelassen hat. Nichts Besonderes, möchte man meinen, denn solche Bilder der Zukunftslosigkeit ähneln sich abseits der geschäftigen Metropolen.

So kann nur denken, der den tieferen Sinn dieser Gegend nicht verstanden hat. Denn hier geht es nicht um die Zukunft, es geht um die Geschichte, die eigene. Nur die Vergangenheit kann die Ewigkeit versprechen, vor allem aber lässt sie sich nachbauen. Und alle können mitmachen: Die Hobbygeologen sind schon immer gerne in Löcher gekrochen und jetzt buddeln sie die mittelalterliche Grube wieder frei; die Windbeutelkönigin präsentiert Goethes Traum in Sahne; der Preisrichter passt auf, dass die Kanarienvögel das Jahrhunderte alte Lied durch die Nase pressen; der Walnussminiaturenschnitzer behält auch im Wohnzimmer die Bergmannskappe auf, und die Betreuungsgruppe der Wanderwege führt einen ewigen Kampf gegen das Moos.
Die Arbeitslosenzahlen mögen erschreckend klingen, doch trotzdem gibt es hier noch viel zu tun, im nördlichsten und deutschesten aller Mittelgebirge, dem Harz!

In dem amüsanten und hintergründigen Dokumentarfilm wird der Zuschauer in eine Welt geführt, in der der Kanarienvogel genauso zeitvergessen wie die Jodlermeisterin singt.
Der Autor und seine Protagonisten zeigen den Harz aus einer ganz privaten Sicht und damit das, was diese Region und seine Menschen so unverwechselbar macht: eine merkwürdige Symbiose aus touristischer Verwahrlosung, ernsthafter Melancholie und schildbürgerhafter Skurrilität.


DE 2007 – Regie: Lutz Homann – 95 min.


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